Was ist Mediation? Wann ist sie sinnvoll? Und wie läuft so ein Verfahren eigentlich ab? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten – verständlich erklärt.
Mediation ist ein außergerichtliches und freiwilliges Verfahren der Konfliktbearbeitung. Mit der Unterstützung eines neutralen Dritten – des Mediators – erarbeiten die Konfliktparteien eigenverantwortlich eine gemeinsame Lösung für ihren Konflikt. Diese wird in einer abschließenden Mediationsvereinbarung verbindlich festgehalten.
Seit 2012 ist Mediation in Deutschland im Mediationsgesetz ausdrücklich geregelt. Der Mediator entscheidet nicht – er verantwortet das Verfahren. Die Lösung kommt von Ihnen, weil Sie selbst am besten wissen, was funktioniert.
Damit unterscheidet sich Mediation grundlegend von einem Gerichtsverfahren: Niemand „gewinnt", niemand „verliert". Das Ziel ist eine Einigung, mit der alle Beteiligten gut leben können – und mit der die Beziehung untereinander erhalten bleibt oder sogar gestärkt wird.

Sechs Prinzipien tragen jede Mediation – sie schützen die Beteiligten und schaffen den Raum, in dem überhaupt erst Lösungen entstehen können.
Niemand wird zur Mediation verpflichtet. Jede Partei kann das Verfahren jederzeit beenden – auch das ist Teil der Stärke.
Was im Mediationsraum besprochen wird, bleibt dort. Mediator und Beteiligte sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Es gibt keine vorgegebene Lösung. Der Weg wird gemeinsam gefunden – ohne Druck, ohne Vorabentscheidung.
Vereinbarungen werden auf Basis vollständiger Informationen getroffen. Bei Bedarf binden wir externe Fachleute ein.
Die Medianden bleiben „Herr im Verfahren". Sie bestimmen Themen, Tempo und Ergebnis – wir strukturieren den Prozess.
Der Mediator ergreift für niemanden Partei – und gleichzeitig für jeden. Eine Haltung, die Vertrauen schafft.
Mediation folgt einem klaren Phasenmodell. Jede Phase hat ihren Sinn, jede baut auf der vorherigen auf. So entsteht aus einem festgefahrenen Konflikt Schritt für Schritt eine tragfähige Lösung.
Wir erläutern Ablauf und Regeln, Sie äußern Erwartungen und Bedenken. Wenn alles passt: Abschluss eines Mediationsvertrags.
Welche Themen sollen geklärt werden? In welcher Reihenfolge? So wird die Komplexität des Konflikts strukturiert.
Das Herzstück der Mediation: Wir gehen hinter die Positionen und finden heraus, was den Beteiligten wirklich wichtig ist.
Auf Basis der Interessen werden Lösungsoptionen gesammelt, bewertet und konkretisiert – kreativ und auf Augenhöhe.
Die getroffenen Lösungen werden schriftlich festgehalten – verbindlich, klar formuliert und auf Wunsch rechtlich geprüft.
Mediation ist vor allem dann der richtige Weg, wenn folgende Punkte für Sie eine Rolle spielen:
Auch wir sind ehrlich: Es gibt Situationen, in denen Mediation nicht der richtige Weg ist. Etwa wenn Gewalt im Spiel ist, eine massive Machtungleichheit besteht, eine Partei das Verfahren nur taktisch nutzen möchte oder eine Partei keine Bereitschaft mitbringt, an einer Lösung mitzuwirken.
In Ihrem kostenfreien Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob Mediation für Ihren Fall geeignet ist – oder ob Sie besser anders aufgehoben sind. Auch das ist Teil unserer Verantwortung.
Erstgespräch vereinbarenEin Anwalt vertritt die Interessen einer Partei. Ein Mediator arbeitet allparteilich für alle Beteiligten und entwickelt mit ihnen gemeinsam eine Lösung. Bei Bedarf kann ein anwaltlicher Beistand jederzeit ergänzend hinzugezogen werden.
In einer Therapie geht es um die Bearbeitung von Problemen oder Erkrankungen einer Person. Mediation bearbeitet einen konkreten Konflikt zwischen mindestens zwei Personen – sie ist ziel- und ergebnisorientiert, nicht therapeutisch.
Coaching begleitet meist eine einzelne Person bei beruflichen oder persönlichen Themen. Mediation bringt Konfliktparteien an einen Tisch und unterstützt sie strukturiert dabei, gemeinsam zu einer Vereinbarung zu kommen.